Reflexion: Abgefahren – Bildungsreisen als Motor für kooperative Schulentwicklung

18 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz verschiedenen Schulen Thüringens und ein Vertreter des Schulamtes hatten sich bereits im Vorfeld ihre Fahrkarte für unsere angebotene Bildungsreise gekauft und da zunächst niemand damit gerechnet hatte, dass wir wirklich in einen Bus steigen, war die Überraschung umso größer, als pünktlich 17.00 Uhr ein Reisebus aus Jena am Eingang der Imaginata stand. Schon bei der Anmeldung mussten die Teilnehmer unserer Mini – Bildungsreise einen kritischen Blick auf ihre Schule werfen, ging es doch darum, den Fahrschein zum vollen Preis (meine Schule ist eine gute Schule) oder mit Ermäßigung (meine Schule ist noch nicht so gut) zu kaufen. Dabei zeichnete sich ab, dass die mitgefahrenen Kolleginnen und Kollegen durchaus mit ihren Schulen zufrieden sind.

Die Fahrt ging ca. 20 Minuten an das Holzlandgymnasium nach Hermsdorf. Im Bus wurde dabei das Konzept der Bildungsreise vorgestellt und die Zeit reichte gerade so aus, um in einer kurzen Vorstellungsrunde die Erwartungen der Teilnehmer zu erfassen. Besonders schön war für uns, dass Susanne Köhler (Grundschule Wutha – Farnroda) als Teilnehmerin der Bildungsreise 2013 in die Niederlande ihre persönlichen Erfahrungen einbrachte und damit das Interesse der Mitreisenden für diese Form der kooperativen Schulentwicklung weckte.

Während wir durch die Oberstufenleiterin des Gymnasiums Hermsdorf durch die Schule geführt wurden, hatten die Teilnehmer der Mini – Bildungsreise die Aufgabe, Fragen zu stellen und Informationen zu sammeln, um anschließend in einem Gedankenexperiment über eine mögliche Bewerbung als Lehrer oder Schulleiter dieser Schule nachzudenken und in Austausch zu treten.

Der Schulbesuch bot die Möglichkeit, die vielfältigen Facetten des Schulalltags und die konkrete Arbeit an der Schule wahrzunehmen, wobei dabei immer wieder mit der eigenen Schule verglichen wurde.

Und so ergaben sich während der kurzen Rückfahrt auch wieder interessante Diskussionsansätze zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unserer Bildungsreise über Schulentwicklung und deren konkrete Umsetzung an Schule. Da auf der Heimfahrt die Sitzplätze gewechselt wurden („Setzt euch neben einen Teilnehmer, der euch möglichst fremd ist“), wurden die verschiedenen Perspektiven und Blickwinkel besonders deutlich. Eine kurze Präsentation der Ergebnisse rundete unsere kleine Bildungsreise ab.

Alle mitgefahrenen Lehrerinnen und Lehrer sowie der Vertreter des Staatlichen Schulamtes empfanden die Idee und Konzeption einer Bildungsreise sehr gewinnbringend. Ob allerdings diese Konzeption weitergeführt werden kann, hängt nicht zuletzt von den organisatorischen Rahmenbedingungen ab.

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