Reflexion: Biographiearbeit

Was haben meine Überzeugungen, meine Ideale, meine Handlungsroutinen mit meiner Biographie zu tun? Und warum solle ich als Pädagoge dem nachgehen? Wie kann ich das tun? Das sind Fragen, die auch ich mir gestellt habe, als wir 2010 begannen, uns intensiv mit biographischer Arbeit zu beschäftigen. Auch für die Vertiefung des Themas zur Fachtagung stellten wir diese Fragen in den Mittelpunkt. Es war für uns zum einen ein Fazit-Ziehen von vier Jahren biographischer Arbeit insbesondere mit Lehramtsstudierenden der Universität Jena und zum anderen ein Ausblick darauf, wie der biographische Ansatz unser Weiterbildungskonzept beeinflusst. Dazu luden wir die Teilnehmer zu einer Übung ein, um eine eigene Erfahrung mit diesem Ansatz zu machen. Sie fragten sich z.B. welches Thema ihres Faches sie aus dem Lehrplan streichen würden und sahen genauer darauf, worauf ihre Entscheidung basiert, woher diese kommt. Davon ausgehend sind wir ins Gespräch gekommen. Ich war überwältigt von dem großen Interesse, das Menschen aus Thüringen und über die Ländergrenzen hinaus zusammengeführt hat. Unter den Teilnehmern herrschte breiter Konsens zur Bedeutsamkeit biographischer Kompetenz im Kontext pädagogischer Professionalität. Unsicherheiten über das Wie biographischen Arbeitens kamen zum Ausdruck. Gemeinsam war der unbändige Wunsch, sich auf biographisches Arbeiten einzulassen, Neues auszuprobieren. Das trägt mich auch heute noch. Ich fühle mich stark motiviert, in diesem Bereich weiter zu arbeiten und hoffe, dass es uns ein Stück weit gelungen ist, die Teilnehmer unserer beiden Vertiefungsrunden mit dem „Bio(graphie)-Virus“ zu infizieren.

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