Archiv: Arbeitstagung 20.6.2013

Nachtrag vom 24.6.: Weitere Fotos von der Arbeitstagung kann man sich in der E.U.LE.-Community ansehen.

Die Arbeitstagung begann mit einer schönen Tradition – Zertifikatsübergabe an diejenigen, die eine Ausbildung im Verständnisintensiven Lernen erworben haben. Dabei aber ganz neu: In diesem Jahr gab es drei verschiedene Zertifikate. Ein kleines Zeichen dafür, dass ViL sich weiter ausbreitet und Menschen sich in verschiedener Weise damit beschäftigen. Da gab es zunächst zehn Lehrerinnen und Lehrer aus dem Norden Thüringens, die in den letzten beiden Schuljahren an einem Lehrertraining unter der Leitung von Bettina Büttner, Marianne Fromm, Kerstin Immerthal und Heidrun Krause teilgenommen hatten und nun Zertifikate als „Lehrer für Verständnisintensives Lernen“ bekamen.

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Zum zweiten gab es Zertifikate als „Trainer für pädagogische Biografiearbeit“ (siehe Artikel dazu)

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Und zum dritten erhielten Bettina Büttner und Martin Boock ihre Zertifkate als „Trainer für Verständnisintensives Lernen“ – Herzlichen Glückwunsch an alle.

In den Workshops kam die breite Vielfalt der Themen in der aktuellen Bildungsdebatte zum Ausdruck. Schulpolitische Themen standen genauso auf dem Plan wie Themen der Unterrichtsentwicklung und der Lehrerfortbildung.

„Adaptive Routinen“ waren zum Beispiel das Thema in den Workshops E und F. Dabei ging es um die Fragen, wie verstehensfördernde und alltagsentlastende Routinen entwickelt und Lehrerfortbildungen so gestaltet werden können, dass sie dazu einladen, die eigenen Routinen einer Bestandsaufnahme zu unterziehen.

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Aus der Einladung:

liebe Schulleiterinnen und Schulleiter,
liebe Schulpartnerinnen und Schulpartner, liebe Freunde und Partner

 wir laden hiermit sehr herzlich zu unserer

E.U.LE. – Arbeitstagung 2013

„ViL macht Schule“

 am 20. Juni 2013, von 9.00 Uhr – 15.00 Uhr

ins Umspannwerk der Imaginata nach Jena ein.

Lernen und Verstehen, Individualisierung und pädagogisches Handeln, Professionalisierung und Training, Schulentwicklung und Schulkonzepte sind die Themen der künftigen Arbeit des Entwicklungsprogramms für Unterricht und Lernqualität bzw. der Gruppe der Trainer und Berater ViL. In Beratungen der Trainergruppe, in regionalen Beratungen, in Gesprächen mit Schulleitern, Fachleitern und vielen Partnern unserer Arbeit wurden diese Themen beraten. Mit der Arbeitstagung am 20.6. präsentieren wir unsere Schwerpunkte, unsere Ziele und arbeiten in den Themenbereichen an der Konkretisierung und Umsetzung.

Alle diejenigen, die das Verstehen als besondere Qualität des Lernens in den verschiedensten Kontexten fördern wollen, die sich für die weitere Professionalisierung des Lehrerberufs einsetzen oder Schulen als Orte des Lernens und Verstehens weiter entwickeln möchten, sind herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam an diesem Tag zu arbeiten.

Am Beginn der Tagung werden, wie nun schon Tradition, an Lehrer und Trainer Zertifikate feierlich übergeben.

Programm und Themen der Arbeitskreise (Download als pdf)

Im Anschluss an die Tagung, um 15.30 Uhr tritt die Gründungsversammlung des Vereins „Verständnisintensives Lernen“ e.V. zusammen. Auf dem Rückmeldeformular ist deshalb ein Feld  dazu vermerkt. Informationen zu Zielen und zur Satzung des Vereins geben die Trainer ViL gern auf Nachfrage.

Für eine gute Vorbereitung möchten wir Sie und euch bitten, bis zum 6.6.2013 das Anmeldeformular per Fax oder Mail zurückzusenden.

Wer gern kommen möchte, aber noch nicht sicher weiß, ob die Freistellung durch die Schule erfolgen kann, sollte sich zunächst anmelden und eine entsprechende Bemerkung notieren. Bei einer Abmeldung aus dienstlichen Gründen per Mail oder Fax bis zum 18.6. um 15 Uhr werden wir die Tagungsgebühr zurückerstatten.

Die Tagungsgebühr beträgt 15 €. Sie beinhaltet Mittagessen und Getränke. Bitte überweist sie auf das Konto Nr. 4182367 (Kontoinhaber: Imaginata e.V., BLZ: 83020087, Hypo-Vereinsbank Jena) mit dem Stichwort: Arbeitstagung 2013 + Name, Vorname

Die Tagung wird in Kooperation mit dem Thillm (Thillm-Nr. 141700401) durchgeführt.

Wir bitten, die Teilnahme an der Tagung bis 6.6.2013 entweder per Fax an 03606/508380, per Mail an m.fromm (at) verstehenlernen.de oder per Rückmeldeformular anzumelden.

Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit, wünschen eine gute Zeit bis zum 20. Juni und senden herzliche Grüße aus Jena

Das Vorbereitungsteam der Arbeitstagung

 

 

Tagungsprogramm:

ab 8.30 Uhr Ankommen
9.00 Uhr Eröffnung und GrußwortZertifikatsübergabe an Lehrer und Trainer
ca. 10.15 Uhr Einstimmung auf die Arbeitskreise
10.30 Uhr Kaffeepause
10.45 Uhr Arbeitskreise Teil 1
12.45 Uhr Mittag incl. Trainer- und Beratercafé„Von mir entdeckt oder entwickelt – für euch zur Anregungen“ – Bücher, Material, Methoden, Anregungenzur Arbeit mit Lehrern und pädagogischen Akteuren
14.00 Uhr Arbeitskreise Teil 2
15.00 Uhr Ende bzw. Pause
15.30 Uhr Gründungsversammlung des Vereins „Verständnisintensives Lernen e.V.“

Arbeitskreise

Arbeitskreis A:

Inklusion annehmen und verstehen

(Sabine Grosse, Karla Schulze, Sandra Altendorf)

Jeden Menschen mit seinen Voraussetzungen für Lernen anerkennen, verstehen und davon ausgehend sein Lernen unterstützen – so kann ein Ziel des Verständnisintensiven Lernens definiert werden. So kann auch Inklusion verstanden werden. Die pädagogische Arbeit mit sehr unterschiedlichen Schülern im Alltag erzeugt viele Fragen, Herausforderungen und Möglichkeiten. Verständnisintensives Lernen und Verstehen zweiter Ordnung sind zwei Modelle, die Individualisierung und eine entsprechendes pädagogisches Handeln unterstützen. Wie kann dies konkret werden? Wie funktioniert das ViL-Modell, um das Lernen von Kindern zu diagnostizieren und Schlüsse für den Unterricht zu ziehen? Welche Impulse kann uns ein Perspektivwechsel geben? Wie entdecke ich als Lehrer meine Fähigkeiten im Umgang mit besonderen Lernwegen? Mit diesen Fragen wollen wir das Thema Inklusion beleuchten. Uns geht es darum, Beteiligte in ihrem Handeln zu stärken und ihnen Mut zum Gestalten zu machen.

 

Arbeitskreis B:

Wer bin ich (als Lehrer) und wenn ja, wie viele?

Biografische Erfahrung und pädagogische Berufskompetenz

(Uta Schramm, Grit Hantsch, Veronika Meinunger)

„Habe Mut zu dir selbst und suche deinen eigenen Weg. Erkenne dich selbst, bevor du Kinder zu erkennen trachtest.“ (Janusz Korczak)

Im Rahmen des Entwicklungsprogramms für Unterricht und Lernqualität hat sich die Arbeit an der eigenen Berufsbiografie in den letzten Jahren als ein eigenständiges Thema entwickelt. Unser Denken und Handeln ist in einen lebenslangen Lernprozess eingebettet. Von Beginn an sammeln wir unsere ganz individuellen biografischen Erfahrungen. Diese haben Einfluss auf unser Selbstkonzept, unser Denken, Handeln und Fühlen.

In diesem Workshop laden wir ein, dem individuell nachzugehen. Welches Bild von mir als Lehrer besitze ich? Was bestimmt mein Handeln als Lehrer und wie ist dies in meiner Biografie verwurzelt?

Ergänzung zum Workshop: In der Arbeit mit Schulen und Lehrergruppen werden Lernentwicklungsberichte und -gespräche als thematische Schwerpunkte aktuell angefragt bzw. gesucht. In diesem Kontext wird die eigene Lernbiografie der Beteiligten (Schüler, Eltern und Lehrer) berührt und zum Thema. Auch hier geht es um Verstehensprozesse, die aus unserem Kontext heraus theoretisch und methodisch begründet und instrumentiert werden können. Im Workshop wird daran gearbeitet wie die bisherigen Erfahrungen im Programm und speziell in der biografischen Arbeit für die Arbeit mit Lehrergruppen angewendet werden können.

 

Arbeitskreis C:

ViL – Werkstatt als Ort des Lernens

(Marina Wiesner, Trainer und Schulpartner)

Im Rahmen des Entwicklungsprogramms für Unterricht und Lernqualität haben sich an verschiedenen Orten in unterschiedlicher Form „Werkstätten für Verständnisintensives Lernen“ gegründet und es liegen erste Erfahrungen mit dieser Arbeitsform vor. Gleichzeitig ändern sich ständig die Bedingungen für unsere Arbeit, für alle Lehrer und Schulen. Werkstätten als Orte des beruflichen Lernens der Lehrer zu verstehen, bedeutet diese Veränderungen aktiv aufzunehmen und daraus zu lernen, zu handeln. Was bedeutet Werkstattarbeit? Wie wirksam ist diese Arbeit in den Werkstätten? Was wollen wir mit unserer Werkstattarbeit im nächsten Schuljahr erreichen? Welche Formen professionellen Lernens sind möglich? Wie können wir voneinander lernen? Diese und eigene Fragen wollen wir gemeinsam in diesem Workshop bearbeiten, um Gestaltungsräume zu entdecken und zu entwickeln.


Arbeitskreis D:

Eine Schule gründen – ein Gedankenspiel

(Ulrike Feine, Otto Thiele)

Viele engagierte Lehrer und Schulleiter wollen für Schüler immer bessere Umgebungen für erfolgreiches Lernen und Verstehen schaffen.

Jetzt mal Hand aufs Herz, hast du, haben Sie deshalb nicht auch schon einmal mit dem Gedanken gespielt, eine Schule neu zu gründen? Wie wäre es also, wenn wir uns im Workshop als Herausforderung gedanklich genau darauf einlassen? Das Gedankenspiel und der Austausch über Ideen und Konzepte können Sichtweisen auf und Spielräume für Schulentwicklungsprozesse eröffnen bzw. erweitern. Schulentwicklungsmodelle und Wege zur Umsetzung in die Praxis werden so zum Thema. Und – weshalb nicht – werden einige Gedanken des Tages Realität in einer – vielleicht sogar deiner/Ihrer – Schule.

 

Arbeitskreise E und F:

Adaptive Routinen

(E: Bettina Büttner, Kerstin Immerthal, Marianne Fromm, Heidrun Krause
F: Ute Waldenburger, Michaela Zepezauer-Saul)

Die individuellen Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern erfordern eine immer komplexere Handlungspraxis von Lehrer/innen – die nicht ohne Routinen für das eigene Handeln auskommt. Dabei sind diese Routinen unter bestimmten Bedingungen erworben und stabilisiert worden. Ändern sich diese Bedingungen, werden stabilisierende Routinen zu Hindernissen für notwendige Veränderungen. Sich auf das Verstehen der Schüler/innen einlassen oder den Veränderungen des Lebensumfelds der Schüler/innen gerecht werden wollen, sind Gründe, die Routinen zu hinterfragen und anzupassen. Neue Routinen sollen dabei nicht wieder „starr“ sein. Sie sollen adaptiv sein, also in sich die Möglichkeit auf Anpassung enthalten. Wie kann das gelingen?

In Arbeitskreis E fragen wir aus der Sicht von Lehrer/innen:  Welche Kompetenzen und Sichtweisen helfen uns, verstehensfördernde und alltagsentlastende Routinen zu entwickeln?

In Arbeitskreis F fragen wir aus der Sicht von Berater/innen für ViL: Wie können wir eine Fortbildung so gestalten, dass Lehrer/innen diesen Zusammenhang erkennen und einen Weg für sich finden – auch wenn uns z.B. nur eine Veranstaltung zur Verfügung steht?

In beiden Arbeitskreisen wollen wir an konkreten Beispielen für diese Fragen arbeiten.

 

Arbeitskreis G:

Das Denken zulassen

(Cornelia Sperling)

Offener Unterricht leistet einen wichtigen Beitrag für notwendige Veränderungen schulischer Lehr- und Lernprozesse. Methodische Grundprinzipien sind das entdeckende, problemlösende, handlungsorientierte und selbstverantwortliche Lernen.

Im Workshop wollen wir gemeinsam Methoden des offenen Unterrichtes analysieren und prüfen, inwieweit sich diese für einen verständnisintensiven Unterricht eignen. Fragen der Planung, Durchführung und Bewertung offener Unterrichtsformen sollen diskutiert und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit interessierten Kollegen gestärkt werden.

Die Öffnung von Unterricht wird dabei aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und die veränderte Rolle des Lehrers als Lernbegleiter thematisiert.